Offener Brief

von den Eltern der GS St Arnual und der ERS Herz Jesu

An dieser Stelle möchten wir der Öffentlichkeit die derzeitige Situation bezüglich der Schulen unserer Kinder darlegen.

Wir Eltern haben uns bemüht, den konstruktiven Kontakt mit dem Kultusministerium herzustellen. Unser Schreiben vom 14.12. an dieses blieb bislang unbeantwortet.

Wir nützen nun die Möglichkeit ihn als offenen Brief zu veröffentlichen, um unsere Bemühungen transparent zu machen.

An das
Ministerium für Bildung und Kultur
z.H. Herrn Arend
Hohenzollernstr. 60
66117 Saarbrücken

 

Sehr geehrter Herr Arend!

Wir Eltern wenden uns vertrauensvoll an Sie, bezüglich der ERS Herz Jesu und der GS St. Arnual.

Mit Erstaunen haben wir die Nachricht der beabsichtigten Schließung der Schulen zum Februar 2011 erhalten. Es ist für uns als Eltern nicht nachvollziehbar, welche Mängel herrschen sollen, die dieses Vorgehen rechtfertigen könnte.

Der Staat bietet unterschiedlichen Richtungen die Möglichkeit private Schulen zu führen. Wir haben nach Prüfung verschiedener Schulen für unsere Kinder diese Schule aus folgenden Gründen gewählt.

  1. Engagierte Lehrer und Erzieher, die über das im Lehrplan vorgesehene Maß hinaus, sowohl in der Wissensvermittlung als auch in der individuellen Förderung den Kindern Hilfestellung zu einem organisierten und selbständigen Lernen geben.
    Für die schulischen Belange stehen uns Eltern die betreffenden Direktoren der Schulen mit ihren Lehrern zur Verfügung.
    Durch den „geistlichen Leiter“ lebt in allen Bereichen der katholische Geist. Er gewährleistet die praktische Umsetzung im Alltag durch sein Streben, die Gottes- und Nächstenliebe im täglichen Miteinander aufblühen zu lassen.
     
  2. Durch Wissensbildung bezüglich der Charaktereigenschaften wird den Schülern ein Mittel gegeben die Eigenheiten der Mitmenschen zu erkennen und sie damit anzunehmen.
     
  3. Das Klima des Respekts vor dem Anderen fördert die gegenseitige Rücksichtnahme und hilft auch dem Schwächeren eine Position in der Klasse zu finden. Durch eine positive Rückmeldung der Klassenkameraden kann sich dieser wieder entfalten und leistungsfähiger werden.
    So wurden gerade Schüler, die von anderen Schulen durch Mobbing und Gewalt verletzt wurden, wieder integriert.
     
  4. Zusätzlich bietet die Schule Möglichkeiten im kulturellen Bereich wie eine Theater AG (Diese stärk ein selbstbewusstes Auftreten und ein Einfühlen in die gespielte Rolle), Einzelunterricht in verschiedenen Instrumenten (Trompete, Klavier, Orgel, Akkordeon, Gitarre, Flöte, etc.), Auftritte von Schulchor und Grundschulchor, sowie einem Blasorchester bei verschieden Festen (Das hilft den Kindern, ein gemeinsames Ziel zu erreichen).
    Die Schülerfirma bietet den Schülern der 9. Und 10. Klasse eine Möglichkeit, verschiedene Bereiche einer Firma zu durchlaufen und so Einblicke in wirtschaftliche Zusammenhänge in der Praxis zu gewinnen.
    Außerdem bestehen seit 2 Jahren zwei altersentsprechende Pfadfindergruppen, die die Kinder begeistert angenommen haben. Hier wird der Umgang in und mit der Natur sowie praktische Fähigkeiten, aber auch Abenteuer und Spaß gefördert.
     
  5. Alle Schüler, die guten und die leistungsschwächeren oder selbst anfänglich problematische Schüler haben nach Beendigung der Schule in ihren Ausbildungsbetrieben oder Arbeitsstellen sehr gute Rückmeldungen bezüglich der Arbeitsbereitschaft, der Zuverlässigkeit, der Achtung der Vorgesetzten und dem sozialen Umgang mit Kunden und Mitarbeitern erhalten.
     

Wir Eltern wünschen uns für unsere Kinder sie zu starken, selbstbewussten und zuverlässigen Persönlichkeiten heranwachsen zu lassen, auf die der Staat, die Wirtschaft, die Kirche und die Familien bauen können.

Die Unterstützung dazu haben wir in keiner anderen Schule so gefunden.

Darum bitten wir Eltern, die möglicherweise aufgetretenen Probleme in einer offenen korrekten Zusammenarbeit von Ministerium und Schule zu bearbeiten, um so den Fortbestand der Schulen zu ermöglichen.

Wir hoffen auf baldige positive Nachricht

 

Mit freunlichen Grüßen

Die Eltern der Grundschule St. Arnual und der Erweiterten Realschule
In Vertretung Bettina Rettler und Susanne Müller

Die einzige Reaktion des Kultusministeriums auf unseren Brief war die Mitteilung am 30.12.2010 an die Schulen, dass die Genehmigung zum Betrieb beider Schulen zum 24.01.2011 widerrufen wird.

Als einzigen Grund wird das juristische Wohl des Kindes angeführt.

Uns ist es wichtig diesen Begriff der Kindeswohlgefährdung zu klären:

„Die Gefährdung des Kindeswohls dient der Rechtsprechung als Maßstab für einen Eingriff in das Erziehungsrecht der Sorgeberechtigten. Diese Gefährdung als unbestimmter Rechtsbegriff bedarf der Auslegung durch die Rechtsprechung. Im Kern geht es um die erhebliche seelische oder körperliche Gefährdung eines Kindes oder Jugendlichen, sei es durch die Vernachlässigung des Minderjährigen oder durch das schädliche Verhalten der Sorgeberechtigten oder Dritter gegenüber dem Minderjährigen.“
(Quelle: wikipedia)

Während der Neu-Etablierungsphase von Schule und Internat in Fechingen kam es im Internatsbereich zu versäumten Meldungen. Eine Kindeswohlgefährdung entstand dadurch nicht. Im Gegenteil: Die Internatsleitung war stets um das Wohl der Kinder besorgt.

Fehler passieren auch an anderen Schulen; hier wird ein Verwaltungsfehler zum Anlass genommen, eine seit 20 Jahren bestehende Schule zu schließen.

 

Eltern der ERS Herz Jesu und der GS St. Arnual

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